Kraniche für den Frieden

Im Gedenken an Sadako Sasaki bastelten Schüler des 5. Jahrgangs mehrere tausend Kraniche


Sadako Sasaki, ein bis dahin gesundes 11-jährige Mädchen, brach 1954 bei einem Lauf­training an ihrer Schule zusammen. Niemand konnte sich dies erklären, bis eine Untersuchung ergab: Sadako war an Leukämie erkrankt.

Geboren wurde sie am 7. Januar 1943 in Hi­ro­shi­ma. Am 6. August 1945 wurde eine ame­ri­ka­ni­sche Atombombe auf Hiroshima abgeworfen, 80 000 Menschen starben. Sadako war zu diesem Zeitpunkt zweieinhalb Jahre alt. Äußerlich war sie unverletzt, doch in ihrem Körper wuchs der Krebs, der in den folgenden Jahren auch bei vielen an­deren Opfern des Bombenabwurfs auftrat.

In dieser Situation erzählte Sadakos beste Freun­din ihr von einer alten japanischen Legende, nach der die Götter demjenigen, der 1.000 Ori­gami-Kraniche faltet, einen Wunsch erfüllen. Sa­da­ko faltete daraufhin in den folgenden Monaten tausende Kraniche, in der Hoffnung auf Heilung. Doch dieser Wunsch erfüllte sich leider nicht. Am 25. Oktober 1955, 14 Monate nach ihrem Zu­sam­men­bruch, starb Sadako an ihrer Krankheit.

Sadako Sasaki ist das auf der Welt wohl be­kann­teste Opfer des Atombombenabwurfs auf Hiroshima. Über ihre Lebensgeschichte sind viele Bücher geschrieben worden. In Japan und den USA wurden Denkmäler für sie errichtet.

In Japan gilt der Kranich als Symbol der Lang­lebigkeit und des Glücks. Die Origami-Kraniche wur­den zum Symbol der internationalen Frie­dens­be­we­gung und des Widerstands gegen den Atomkrieg.

An Sadako und ihre Geschichte erinnerten während der Japan-Projekttage in der letzten Schulwoche auch die Lehrer des 5. Jahrgangs. Spontan entschloss man sich, in allen Klassen diese Glücksbringer zu falten. Zur großen Über­raschung der Lehrer wussten bereits einige Schü­ler, wie dies geht und konnten es ihren Mit­schü­lern zeigen. Allein in der Klasse 5b wurden nach Schätzungen der Klassenlehrer über 1000 Kra­ni­che gefaltet. Die anderen Klassen kamen auf ähnliche Zahlen.

Die Kraniche wurden am Ende der Aktion auf ein Band aufgezogen. Diese Girlande zog sich durch das ganze Schulgebäude. Die Klasse 5b bewahrt ihre Kranichgirlande in der Schule auf, die anderen Klassen haben ihre Girlanden an eine Adresse in Japan geschickt, wo Papierkraniche aus der ganzen Welt als Zeichen des Friedens ge­sam­melt werden.

Wer selbst versuchen möchte, Kraniche zu falten, der schaue auf Youtube nach. Dort gibt es mehrere Schritt-für-Schritt Faltanleitungen zum Mitmachen.

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text: webmaster, Anne Simon, photos: Fatin Aeraki, Klasse 10.5;    09-11