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Das Sozialpraktikum



Unserer Schule zeichnet aus, dass wir unseren Schülerinnen und Schülern neben fachlichen Inhalten auch Werte wie Empathiefähigkeit, Toleranz, Verantwortungsbewusstsein und Respekt vermitteln möchten. Unser Schulprogramm ist dahingehend ausgerichtet, das soziale Miteinander zu fördern und die Heranwachsenden auf dem Weg zu sozialer Kompetenz und gesellschaftlicher Verantwortung zu begleiten.

Das Sozialpraktikum der Gesamtschule Heiligenhaus wird auf Initiative der Fachschaften Evangelische Religion, Katholische Religion und Praktische Philosophie erstmalig für den gesamten Jahrgang 8 im Schuljahr 2013/2014 durchgeführt.

 

Begründung und Zielsetzung:

Unser Sozialpraktikum soll unseren Schülerinnen und Schülern, anders als unser Berufspraktikum in Jahrgang 9, bei dem die Berufsorientierung im Vordergrund steht, Erfahrungen im Umgang mit Menschen in verschiedenen Lebenssituationen ermöglichen.

Wir hoffen, dass wir mit Hilfe unseres Sozialpraktikums die soziale Sensibilität der Jugendlichen stärken und eventuell bestehende Vorurteile und Berührungsängste gegenüber Randgruppen unserer Gesellschaft abbauen können.

Unsere Schülerinnen und Schüler sollen während ihres Sozialpraktikums ihre Bereitschaft und Fähigkeit zu mitmenschlichem Handeln ausbauen und lernen, Verantwortung für beeinträchtigte aber auch nicht beeinträchtigte Mitmenschen zu übernehmen.

Neben einem Einblick in unterschiedlichste Tätigkeitsfelder und den Alltag sozialer Berufe erhalten die Heranwachsenden während des Sozialpraktikums die Möglichkeit, unsere Gesellschaft durch persönliches soziales Engagement mitzugestalten und ihre Selbstwirksamkeit zu erleben.

 

Mögliche Praktikumsbereiche:

Unser Sozialpraktikum fokussiert die Mitarbeit unserer Schülerinnen und Schüler in sozialen Einrichtungen – dazu gehören:

Alten- und Pflegeheime, Werkstätten und Wohnheime für Menschen mit Behinderung, Beratungsstellen für Menschen mit Behinderung, Krankenhäuser, Ambulante Pflegedienste, Kindergärten, Integrative Kindertagesstätten, Förderschulen, Bahnhofsmissionen, Einrichtungen der Tafel (Hilfe für Menschen in Not und Armut), Gemeindearbeit, etc.

 

 

Vorbereitung auf das Sozialpraktikum:

Die Einführung bzw. Hinführung zu der Thematik unseres Sozialpraktikums „Wir für Andere“ erfolgt für die Schülerinnen und Schüler des achten Jahrgangs durch die gleichnamige Unterrichtsreihe „Wir für Andere – Verantwortung für den Nächsten“ innerhalb des Religions- und Praktischen Philosophie Unterrichts zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres.

Alle erforderlichen Kompetenzen, die die Heranwachsenden für das Sozialpraktikum benötigen, werden ihnen in den jeweiligen Religions- bzw. Praktischen Philosophie Kursen vermittelt.

 

Nach dem Informationsabend zum Sozialpraktikum zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres fangen die Jugendlichen an, sich einen Praktikumsplatz zu suchen. Die Praktikumsplatzsuche soll möglichst selbstständig erfolgen. Schon bei der Suche eines geeigneten Praktikumsplatzes beginnt das Abwägen zwischen eigenen Interessensschwerpunkten und möglichen Unsicherheiten in Bezug auf bestimmte Tätigkeiten. Bereits diese Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen und Grenzen ist ein wesentlicher Aspekt der zur Entwicklung eines realistischen Selbstbildes beiträgt. Die selbstständige Organisation und Kontaktaufnahme mit potentiellen Praktikumsstellen bereitet die Heranwachsenden zudem auf spätere Bewerbungssituationen vor.

Zur Unterstützung der Jugendlichen, denen es schwer fällt einen geeigneten Praktikumsplatz zu finden, werden wir in Zusammenarbeit mit der Caritas, der Diakonie und der Lebenshilfe ein Angebot von sozialen Einrichtungen, die bereit sind einige unserer Schülerinnen und Schüler aufzunehmen, zur Verfügung stellen.

 

Mittels einer Blockvorbereitung  kurz vor dem Sozialpraktikum werden die Heranwachsenden in drei Tagen noch einmal intensiv auf ihr Praktikum vorbereitet.

Einige thematische Schwerpunkte der Blockvorbereitung sind:

 

·    Lebensbedingungen von behinderten und beeinträchtigten Menschen heute im Hinblick auf Fremdwahrnehmung und Eigenwahrnehmung.

·           Die Helferrolle (Wie verhalte ich mich richtig?)

·           Was zeichnet einen idealen Betreuer aus?

·           Schweigepflicht und Privatsphäre.

 

Durchführung des Sozialpraktikums:

Das zweiwöchige Blockpraktikum beginnt etwa drei Wochen vor Schuljahrsende.

 

Während des Praktikums führen unsere Schülerinnen und Schüler ein Praktikumstagebuch. Mit Hilfe von Leitfragen sollen sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse während ihres Sozialpraktikums festhalten und reflektieren. Das Praktikumstagebuch unterstützt sie sowohl während der Supervision als auch bei der Nachbereitung und Auswertung des Sozialpraktikums.

 

„Ich konnte während meines Sozialpraktikums viele positive Erfahrungen sammeln. Ich habe viel über den Umgang mit behinderten Menschen gelernt und Einblicke in die Pflege von behinderten Menschen bekommen. Während meines Praktikums habe ich gemerkt, dass mir die Arbeit mit behinderten Menschen sehr viel Spaß bereitet, da sie so eine positive Lebenseinstellung haben.“

Schülerkommentar

 

In der Mitte des Blockpraktikums findet eine zweistündige Supervision in den jeweiligen Religions- und Praktischen Philosophie Kursen in der Schule statt. Mit Hilfe der Supervision soll dem “Erlebten“ Raum gegeben werden, denn außergewöhnliche und neue emotionale Erfahrungen erfordern Aufmerksamkeit, Austausch und Begleitung.

 

„Ich habe gelernt, dass man keine Scheu vor alten Menschen haben muss, da sie für jede Hilfe dankbar sind und es sie glücklich macht und sie sich freuen, wenn junge Menschen zu ihnen kommen.“

Schülerkommentar

Die Erlebnisse und Erfahrungen sollen innerhalb der Supervision aufgegriffen und unseren Schülerinnen und Schülern soll die  Möglichkeit für einen Austausch unter Gleichgesinnten gegeben werden. Zudem bietet die Supervision die Möglichkeit, Probleme und Fragen zu klären und gemeinsam Lösungsansätze bzw. Handlungsstrategien zu entwickeln.  

 

 

Nachbereitung des Sozialpraktikums:

Am ersten Montag nach Beendigung des Sozialpraktikums findet eine ganztägige Nachbereitung des Praktikums statt. Im Rahmen des Religions- und Philosophieunterrichts erfolgt eine intensive Verarbeitung und Auswertung der Erfahrungen und Erlebnisse des Sozialpraktikums.

 

„Meine wichtigste Erfahrung innerhalb meines Praktikums war, dass Menschen mit einer Behinderung sehr offen sind, sie sich einem schnell anschließen und das sie sehr viel lachen und sehr freundlich sind.“

Schülerkommentar

 

Im Rahmen einer vertiefenden Auseinandersetzung soll es den Jugendlichen ermöglicht werden, das durch sie Erlebte auch kreativ umzusetzen. Dazu kann beispielsweise auch eine musikalische Auseinandersetzung mit der Thematik gehören.

 

Unsere Schülerinnen und Schüler gestalten am „Tag der Offenen Tür“ einen Klassenraum zur Thematik. So kann das Erlebte und Erarbeitete auch über den Klassenraum hinaus präsentiert und Erfahrung weitergegeben werden.

 

„Ich denke, dass ich während meines Sozialpraktikums sehr viele tolle Erfahrungen sammeln konnte, die mir in meinem späteren Leben bestimmt helfen werden. Nach den Erfahrungen in meinem Praktikum könnte ich mir auch vorstellen in einem sozialen Jahr nach der Schule etwas mit behinderten Menschen zu machen.“

 

Schülerkommentar