Enigma-Projekt begeistert große Fach-Jury

Beim Tag der Naturwissenschaft an der Gesamtschule zieht eine nachgebaute „Enigma“ alle in den Bann. Aber was macht die so genannte „Rotorverschlüsselungsmaschine“ so faszinierend?

HEILIGENHAUS · (RP/köh)

Für einen Tag widmeten sich die Gesamtschüler an der Hülsbecker Straße ganz großen und ganz kleinen Fragen. Und die wichtigste schlägt gleich den Bogen. Was haben ein Vulkanausbruch in Santorini, Seifenblasen, die Elektrolyse von Wasser und die Enigma – eine Rotorverschlüsselungsmaschine – gemeinsam? Sie alle wurden beim Tag der Naturwissenschaft an der Gesamtschule als Projekt präsentiert und von einer Experten-Jury bewertet.

Ein Tag mit Tradition: Zum 12. Mal haben die Schülerinnen und Schüler am Tag der Naturwissenschaften ihre Ideen, Projekte und Fragen rund um naturwissenschaftliche Themen vorgestellt. Dabei wurden 58 unterschiedliche Projekte von 154 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aufbereitet und der Jury erläutert. „Die phänomenale Anzahl von 58 Projekten hatten wir noch nie“ , sagte Organisatorin Stefanie Reiff. Ihr Mitorganisator Till Schöne ergänzt: „Das hat der Qualität keinen Abbruch getan, ganz im Gegenteil, es waren äußerst interessante und gut aufbereitete Projekte.“

Die Jury hörte sich fundierte Präsentationen unter anderem über das Gehirn, Essstörungen, das Masernvirus oder auch die Codierung an und kam einhellig zu der Überzeugung, dass eine intensive Auseinandersetzung zu den jeweiligen Themen erfolgt sei. Jurymitglied Prof. Lemmen von der Universität Bochum/Campus Heiligenhaus machte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Mut: „Auch wenn ihr heute nicht als Preisträger ausgezeichnet werdet, macht weiter mit euren Themen und setzt euch damit auseinander, denn wir brauchen euch für die Zukunft!“

Besonders angetan waren alle Besucher des NW-Tages von der Enigma, die Theo Nützel aus dem 8. Jahrgang mit einem Drei-D-Drucker selbst gebaut hatte. Rund 300 Euro und unzählige Arbeitsstunden hatte der Schüler in seine Idee investiert, die Verschlüsselungsmaschine aus dem Zweiten Weltkrieg nachzubauen. Inspiriert wurde er durch einen Film, den er gemeinsam mit seiner Familie geschaut hatte. Für die Jury war klar, dieses Projekt läuft außer Konkurrenz und wurde mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

Ebenfalls mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurden Karl Nützel und Nean Wien. Die beiden Sechstklässler beschäftigten sich mit der Frage, wie es ein Luftschiff schafft, zu fliegen. Auch hier war die intensive Auseinandersetzung und hervorragende Präsentation so besonders, dass sie konkurrenzlos zu den anderen Projekten bewertet wurde.

Nachdem die letzten Modelle und Versuchsanordnungen eingepackt waren, hörte man auf den Fluren der Gesamtschule, dass die ersten Ideen für den nächsten Tag der Naturwissenschaft bereits gesammelt wurden. Man darf gespannt sein.

Die Preisträger des Jahrgangs 5/6: 1. Konstantinos Ioannisis – Vulkanausbruch in Santorini; 2. Marie Lenker und Charlotte Kollartzky – Wasserslime; 3. Kerem Sali und Felix Scherl – Wasserflaschenrakete; 3. Hira Ulcayo und Johanna El-Allaoui – Das menschliche Gehirn. Ein Sonderpreis ging an Karl Nützel und Nean Wien. Ihre Frage: Wie schafft es ein Luftschiff zu fliegen?

1. Estelle Toubaye, Stella Brückner und Julia Kunft – Seifenblasen – Welche Mischung ist die beste? 2. Helena Brudek und Mia Balzer – Masernvirus und Haemophilus influenzae; 3. Mayla Brinkmann und Nele Ehrmann – Haus der Zukunft. Sie teilten sich den dritten Platz mit Annika Wannenwetsch, Kira Wannenwetsch, Johanna Grothe und Laura Gomez – Der Regenwald. Den Sonderpreis erhielt hier Theodor Nützel – Enigma Rotorverschlüsselungsmaschine.

1. Soraya Daali 9c, Mina Ates – Essstörungen – Binge Eating und Bulimie; 2. Thorben Prenting und Jonathan Lavista – Quantenphysik; 3. Finn Siepert und Florian Hansel – Bakteriophagen.

1. Aaron Dusek, Hannah Bohsmann – Biolumineszenz; 2. Thilo Peters und Timon Gansewindt – Elektrolyse von Wasser; 3. Charlotte Molitor und Laura Kucal – Erweckung der Pharaoschlange.

 

INFO

So war die Jury des Tages besetzt

Die Schülerarbeiten wurden begutachtet von Prof. Roland Boese ehemals Uni Duisburg/Essen, Renate Boese, ehemalige Stellv. Vorsitzende GEW NRW, Phoenix Grün, ehemalige Schülerin, Frank Jakobs, Vorsitzender Ausschuss Schule und Sport, Prof. Michael Lemmen, Universität Bochum/Campus Heiligenhaus, Frau Marwede-Zaehle, Bio-Chemikerin, Oliver Peltzer, Schulpflegschaftsvorsitzender, Stephanie Teng, Helios-Klinik.

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