Kooperation der Gesamtschule Heiligenhaus mit Zahntechnik Perpeet

Gesamtschule Heiligenhaus schließt Kooperation mit Zahntechniker

Kooperation mit Zahntechniker

Heiligenhaus. Eine ehemalige Schülerin brachte Zahntechniker Ingo Perpeet an die Gesamtschule Heiligenhaus – jetzt haben vier Jugendliche einen Nebenjob.

Die Gesamtschule Heiligenhaus und der Zahntechnische Meisterbetrieb Perpeet haben einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Damit haben Schülerinnen und Schüler von der Hülsbecker Straße in Zukunft die Möglichkeit, Praktika zu absolvieren und so den Arbeitsalltag aus erster Hand zu erleben. Die Schule baut damit ihr Netzwerk weiter aus, gibt es doch bereits ähnliche Vereinbarungen mit anderen Unternehmen der Region – etwa dem Helios Klinikum Niederberg oder der Spedition Weiß.

Für Ingo Perpeet wiederum ist die Zusammenarbeit mit der Gesamtschule ein vollkommen neuer Weg – und einer, den er lange nicht im Blick hatte. Denn der Geschäftsführer des Unternehmens von der Selbecker Straße wollte ursprünglich neue Auszubildende anwerben. Doch dann kam alles ganz anders.

Ehemalige Gesamtschülerin bringt den Stein ins Rollen

Eine zentrale Rolle hat dabei Nadine Rieckmann gespielt. Sie arbeitet seit 2007 bei Perpeet und hat ein Jahr zuvor ihr Abitur an der Gesamtschule gemacht. „Nadine hat dann Kontakt zu ihrer ehemaligen Klassenlehrerin aufgenommen und gefragt, welche Möglichkeiten wir haben, uns an der Schule vorzustellen“, erzählt Ingo Perpeet.

Eine dieser Möglichkeiten: ein Besuch im Unterricht. „Mir ging richtig der Stift“, erzählt der Zahntechniker lachend. „Ich weiß ja, wie ich selbst als Schüler gewesen bin. Daher habe ich einiges befürchtet.“ Doch nichts davon sei eingetroffen. Ganz im Gegenteil. „Die Schülerinnen und Schüler haben richtig interessiert zugehört“, fährt er fort.

Vier Jugendliche arbeiten bereits bei Perpeet

Und nicht nur das: Gleich vier Jugendliche hätten ihn am Ende des Besuchs gefragt, ob sie bei ihm arbeiten dürften. „Da bin ich aus allen Wolken gefallen. Das war zwar nicht der Plan, aber trotzdem ein fantastisches Ergebnis.“ Denn er stimmt zu – und so kommen Emily, Lissy, Asiya und Jonathan jeweils zweimal in der Woche für je zwei Stunden ins Labor an der Selbecker Straße.

Für den Firmeninhaber ist diese Lösung in vielerlei Hinsicht eine gute: „Die jungen Leute lernen uns und unsere Arbeit kennen und können sich nebenher etwas verdienen. Dabei merken die dann, ob der Job ihnen gefällt. Oder eben nicht.“ Emily zum Beispiel ist von ihrem Nebenjob so begeistert, dass sie nach ihrem Schulabschluss eine Ausbildung bei Perpeet beginnen wird.

Persönliche Kontakte sind wichtiger Baustein in der Berufsorientierung

Genau diese Erfolgsgeschichte hat Ingo Perpeet und Gesamtschulleiterin Carmen Tiemann dazu gebracht, die Zusammenarbeit zu festigen. „Die Berufswahl ist eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben“, unterstreicht Christine Häberle. Sie ist Abteilungsleiterin der Mittelstufe (Klasse 8 bis 10) an der Gesamtschule – also genau der Stufe, in der die Berufsorientierung viel Raum einnimmt.

„Die Berufsbilder und Studienmöglichkeiten sind jedoch heutzutage so vielfältig, dass die Schülerinnen und Schüler Orientierung und authentische Einblicke benötigen.“ Gerade letztere gebe es nun mal nicht in Broschüren oder kleinen Filmchen im Berufsorientierungszentrum (BIZ). „Es ist auch wichtig, die Praxis kennenzulernen. Erfahrungen aus der Berufswelt stehen in keinem Buch.“ Außerdem, ergänzt Schulleiterin Carmen Tiemann: „Was über persönliche Kontakte läuft, ist tragfähiger.“

Schülerin geht ihren Weg in den Beruf

Wie gut das funktionieren kann, zeigt Emily. Seit November arbeitet die Neuntklässlerin zweimal in der Woche im Labor an der Selbecker Straße – und darf inzwischen sogar Zahnschienen herstellen. „Am Anfang habe ich einfachere Sachen gemacht, aber nach und nach kamen immer komplexere Aufgaben dazu“, erzählt sie. Ohne den Besuch von Ingo Perpeet im Unterricht hätte sie diesen Beruf „nie in Betracht gezogen“.

Jetzt steht ihr Weg fest: Nach der zehnten Klasse verlässt Emily die Gesamtschule – und startet direkt danach ihre Ausbildung bei Perpeet. Genau solche Geschichten sind es, die Schule und Betrieb mit dem Kooperationsvertrag künftig häufiger schreiben wollen.

Von , Redakteur Lokal

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